13.Sternfahrt - HmC - Free Horsemountain Chapter Switzerland

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13.Sternfahrt

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13.Sternfahrt
"Sönd Willkomm"
18.August 2019
Photos: Raymond und Rolf


Dass die Zahl 13 nicht immer Unglück bedeuten muss, zeigt sich schon als ich am diesem Morgen einen Blick nach draussen werfe. Strahlend blauer Himmel. Gestern noch waren dicke Wolken am Himmel und morgen soll es sogar schon wieder regnen. Also wenn das kein gutes Zeichen ist. Rasch in die Töffklamotten hüpfen, Bike aus dem Stall holen, Tanken und los geht es.
Bei unserem Treffpunkt, dem Restaurant Bildhus in Ricken herrscht bei meinem Eintreffen schon reger Betrieb. Raymond sowie Silvia und Fredi sind schon eifrig am Einweisen der ankommenden Bikes. Silvia und Fredi vom William Tell Chapter stellen sich heute freundlicherweise in unseren Dienst und übernehmen während des ganzen Tages die die Rolle der Platzeinweiser. Daneben können wir heute auch noch auf weitere Freunde aus den Reihen des William Tell Chapter, des Northwest Chapter, des Rabbit Hill Chapter und, in diesem Jahr zum ersten Mal als Chapter mit dabei, des Midland Chapter zählen. Da wir nicht genügend Blocker stellen können, sind wir froh auf die Hilfe der teilnehmenden Chapter zählen zu dürfen. «Sönd Wüllkomm» so lautet das Motto des heutigen Tages und nach dem obligaten Begrüssungskaffee mit Gipfeli kann es den auch schon losgehen. Schon bald erfüllt der Sound der V2-Agregate die Hänge des Rickens. 98 Bikes reihen sich hinter Charly ein und erklimmen nun noch endgültig
den Rickenpass. Kaum auf der Passstrasse verlassen wir diese auch schon wieder um auf der «alten» Rickenstrasse nach Wattwil zu fahren. Charly hat im Vorfeld eine Genehmigung eingeholt, da diese Strasse sonst den Wandern und Velofahrern vorbehalten bleibt. Kaum zu glauben, dass früher der ganze Verkehr hier durch musste und kaum auszudenken wenn sich der ganze Verkehr von heute durch diese schmale Strasse wälzen müsste. So ist alles was uns begegnet Wanderer, Mountainbiker und eine alte Pferdepostkutsche. 4 Pferdestärken treffen auf einige tausend PS. Eine wunderschöne Begegnung der «alten» und «neuen» Welt  gleich zu Beginn der Sternfahrt. Kurz nach Wattwil treffen wir dann wieder auf die Hauptstrasse und sind also im Herzen des Toggenburg angekommen. Wir fahren Richtung Ebnat-Kappel, welches wir auf mittels der Umfahrungsstrasse verschonen. Oder besser, welches wir so dem einmaligen, imposanten Erlebnis unserer Durchfahrt berauben. Vor Krummenau verlassen wir die Hauptstrasse und von nun an geht es wieder hoch, Richtung Bendel und Hemberg. Was hoch kommt, muss auch mal wieder runter. So geht es auch uns, nach dem Hemberg geht’s wieder runter und in St. Peterzell erreichen wir schliesslich wieder die Talsohle. Doch gleich geht es wieder rechts weg in Richtung Schwägalp. Kurz nach Bächli verlassen wir den Kanton Sankt Gallen und befahren nun Appenzell Ausserrhodner Boden nach Urnäsch. Hier schwenken wir ab Richtung Gonten – Appenzell. Und verlassen so Appenzell Ausserrhoden auch schon wieder. So langsam meldet sich auch der Hunger in unserer Körpermitte, was bedeutet, dass wir unserem mittäglichen Halt nicht mehr allzu fern sein können. Auf der Strecke Richtung Gonten trafen wir gestern bei der Kontrollfahrt der Route auf einen traditionellen Alpabtrieb. Vorneweg die Geissen mit den Geissenmädchen und -jungen, dann die Sennen mit den Kühen und dem Pferdewagen mit den Butterfässern und dem Milchgeschirr und schliesslich nochmals Kühen. Und alle in Sonntagstracht, die Menschen in ihren schönsten Appenzeller Trachten und die Leitkühe mit ihren schönsten Glocken, frisch geputzt und gestriegelt. Nur die Strasse sah danach stellenweise nicht mehr so appetitlich aus. Aber heute sehen wir leider nichts von diesem traditionellen Brauchtum (na gut, auf die versch… Strassen können wir jedoch alle leicht verzichten). Kurz vor Appenzell sammeln wir uns nochmals, um das letzte Stück geschlossen in Angriff zu nehmen. Wir touchieren Appenzell nur leicht und wenden uns Rüte zu. Von hier an heisst es nochmals Zähne zusammenbeissen und den letzten Anstieg vor dem Mittagessen in Angriff nehmen. Denn nun geht’s steil bergan zum Restaurant Eggli auf 1196 M.ü.M. Wie ein Tatzelwurm windet sich die lange Kolonne in die Höhe. Von unten wie auch von oben ein imposanter Anblick. Fredi und Silvia regeln oben professionell den Einparkierverkehr und alle finden schliesslich ein Plätzchen für ihr Bike und danach auch ein Plätzchen für sich selber, ob nun draussen oder drinnen. Und es riecht schon recht lecker. Ehe man sich versieht sitzt man schon vor einem Teller mit gloschtige Chääshöönli mit Öpfelmuäs ond enere fäne Süüdworscht (Liebe Appenzeller, verzeiht einem Zürcher den kläglichen Versuch euren Dialekt zu imitieren). Vielen Dank an die Crew vom Restaurant Eggli, dass sie innerhalb so kurzer Zeit 126 knurrende Mägen zufrieden gestellt hat. Danach haben wir noch schön Zeit den Hof ein wenig zu erkunden, sich in den Schatten zu legen oder die Sonne und Aussicht zu geniessen. Sieht man von hier aus doch bis zum Bodensee. Auf Schritt und Tritt treffen wir hier auf Tiere, welche sich frei bewegen können. Von aussergewöhnlichen prächtigen Hühnern über Geissen bis hin zu Gänsen und Schafen. Nach dem obligaten Gruppenbild kommt rasch Hektik auf, wollen doch alle möglichst rasch wieder den Fahrtwind zur Abkühlung. Also das Ganze wieder talwärts, entlang von Appenzell und dann Richtung Hundwil. Hier fand ja bis 1997 jeweils die Ausserrhoder Landsgemeinde statt. Nun kurven wir durch diese altehrwürdigen Gefilde. Über Aschen kehren wir wieder zurück nach Urnäsch, wo wir gleich wieder abbiegen in Richtung Schönengrund. Über kleine Strassen erreichen wir Dicken bei Degersheim. Wir bleiben weiterhin auf kleinen Nebenstrassen und erreichen schliesslich Oberhelfenschwil. Wo wir uns Richtung Lichtensteig wenden. Das heisst, dass wir kurze Zeit später ein wenig unterhalb der Wasserfluh in die Passstrasse einbiegen. Lichtensteig liegt uns nun sozusagen zu Füssen. Wir queren das kleine Dorf und erreichen schliesslich die Umfahrung von Wattwil. Nun ist es nicht mehr weit bis zum Ende der diesjährigen Sternfahrt. In Ricken links abbiegen und schon sind wir wieder am Ausgangspunkt unserer kleinen Reise, dem Restaurant Bildhus. Was folgt ist ein feiner Zvieri und die Abschlusskundgebung der Präsidenten.
Nun endet unsere gemeinsame 13. Sternfahrt endgültig. Für uns hat die 13 nun allen Schrecken verloren, denn wir haben zusammen einen wunderschönen, sonnigen, entspannten Tag verbracht. Allen Chaptern ein ganz herzliches Dankeschön für euer zahlreiches Erscheinen. Es hat wirklich Spass gemacht in euerer Mitte auszureiten. Zu keinem Zeitpunkt entstand Stress unterwegs. Vielen Dank an Fredi und Silvia sowie den zahlreichen Blockern, die uns eine grosse Hilfe waren. Ihr habt einen grossen Anteil am reibungslosen Ausritt. Danke auch an Emil vom Eggli und an Bea vom Bildhus, mit all ihren Leuten, hat alles wunderbar geklappt. Auch ihr habt so alle zu einem unvergessenen Tag beigetragen. Und der Dank geht auch an Charly, der gleich mindestens eine Tonne leichter wurde bei der Ankunft im Bildhus. So schwer war der Sorgenklotz den er den ganzen Tag mit sich rumgeschleppt hat.
Es ist klar, dass, wenn eine solch grosse Gruppe von Motorrädern unterwegs ist, dies nicht überall eitel Freude auslöst. Die Stinkefinger, das Gehupe und das Geschrei aus den Fenstern vergesse ich jeweils schnell wieder. Was mir jedoch bleiben wird sind jene Seniorinnen und Senioren, die beinahe vom Balkon gefallen wären, so fest haben sie uns gewunken. Wenn ihr in ferner Zukunft mal an meiner Altersresidenz vorbeifahren werdet, dann werde ich euch auch winken. Vorausgesetzt es ist schönes Wetter und meine hübsche junge Betreuerin hat mich mit meinem customizten Rollstuhl auch den Balkon geschoben.
Rolf

 
 
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